Gold Anonym Kaufen

Artikel von Gold Anonym Kaufen

Goldpreis 2017

„Privatleute und institutionelle Investoren verhielten sich völlig unterschiedlich“,

erkennt John Mulligan vom World Gold Council. Großanleger investieren gern in Goldfonds, die ihrerseits das Metall besitzen, aber so bequem gehandelt werden können wie Wertpapiere. Diese Produkte litten im letzten Quartal 2016 unter starken Verkäufen. Parallel dazu kauften Privatleute dagegen im vierten Quartal viel mehr Barren und Münzen als vorher.

„Es liegt wohl an der unterschiedlichen Wahrnehmung von Risiken und an unterschiedlichen Planungshorizonten“,

vermutet Mulligan. Am 8. November wurde der neue US-Präsident Donald Trump gewählt.

„Danach floss das Kapital in Risikoanlagen wie Aktien“,

erinnert der Brite. Deshalb hätten sich Großinvestoren umorientiert, weil sie an den Finanzmärkten – wie immer mit nur kurzfristiger Perspektive – die besseren Chancen witterten. Über die Fonds verkauften sie satte 193 Tonnen Gold. Das spiegelt die Preisentwicklung des Edelmetalls in diesem letzten Quartal wider.

Nach mehrjähriger Talfahrt hatte der Goldpreis zu Anfang des Jahres 2016 die Wende nach oben eingeläutet. Im vierten Quartal wurde das Metall aus besagten Gründen wieder billiger. Zwischenzeitlich aber ist der Gold-Preis wieder zur Fahrt nach oben zurückgekehrt.

Gegen Jahresende 2016 verhielten sich die privaten Anleger also völlig anders als die Großinvestoren, machten das genaue Gegenteil.

„Sie nutzten tiefere Preise zum Einstieg, weil sie oft eine längere Perspektive haben und Gold als Schutz gegen Risiken sehen“,

erkennt Mulligan. Privatanleger bevorzugen dann häufig physisches Metall, keine Goldfonds, weil sie direkten Zugriff auf die Bestände haben wollen. Den Daten des World Gold Council zufolge kauften Anleger weltweit von Oktober bis Dezember 367 Tonnen Barren und Münzen. Es ist der höchste Quartalswert seit über drei Jahren. Chinesen griffen zu, auch die US-Amerikaner. Die Deutschen erwarben 35 Tonnen. Mehr Lust auf Gold hatten sie zuletzt vor drei Jahren. Wir erkennen den Trend. Im Dezember hatte es sogar zeitweise Lieferengpässe bei Barren und Münzen gegeben. Der Ansturm der Kunden hält an.

Experten geben dem Goldpreis im laufenden Jahr gute Chancen.

„Zunächst dürfte der Dollar wegen der Politik von Donald Trump stark sein, das wäre ein Nachteil für Gold“,

sagt Ross Strachan von der Analysefirma GFMS. Später könne sich das Blatt wenden:

„Wenn die Wahlrisiken in Europa in den Blick kommen und wenn die großen Hoffnungen in einen Erfolg der Trump-Politik enttäuscht werden.“

Der Anlagestratege der UBS, Maximilian Kunkel, sieht den Unzenpreis in den nächsten sechs bis zwölf Monaten steigen. Er setzt auf eine wieder höhere Nachfrage aus Asien, nachdem das Interesse in China und vor allem in Indien zeitweise deutlich gefallen war. Kunkel setzt darüber hinaus auf Stimulans aus den USA.

„Die Inflation wird schneller steigen als die Zinsen, was Gold Auftrieb geben dürfte“,

sagt der Mann in Zürich. Seiner Meinung nach muss Trump außerdem seine Ausgabenpläne finanzieren, was den Dollar drücken sollte. Auch das wäre für den UBS-Mann ein Plus für den Goldpreis als alternative Währung zum Greenback, dem US-Dollar.

Noch höhere reale Negativzinsen werden Edelmetalle als Werterhalter interessanter machen. Politische Risiken könnten den Status des Goldes als sicherer Hafen ebenfalls wieder verstärkt ins Bewusstsein rufen.

UBS-Rohstoffchef Dominic Schnider legte Ende der zweiten Februarwoche nach. Denn auf das Jahr 2017 besehen hatte der Goldpreis zu diesem Zeitpunkt bereits wieder um 7% zugelegt. Mit Potenzial nach oben, wie die grösste Schweizer Bank glaubt.

Das Schlüsselwort dazu heisst einmal mehr: Unsicherheit. So etwa um die Frage, wie schnell die amerikanische Notenbank (Fed) dieses Jahr die Leitzinsen erhöhen wird. Die Fed selber hat für 2017 drei Zinsschritte angekündigt und damit prompt eine geldpolitische Debatte ausgelöst. Die Währungshüter in Washington werden deshalb der Inflation hinterher hinken, erwartet Schnider. Das sei gut für Realwerte wie Gold, sagt der Rohstoffexperte – und zementiert damit die optimistische Haltung seiner Bank gegenüber dem Edelmetall.

Ein weiteres Fragezeichen setzt der UBS-Banker hinter Trumps Milliardenspritzen für die US-Wirtschaft. Die Gelder müssten erst vom amerikanischen Kongress abgesegnet werden, gibt er zu bedenken.

“Das möchten wir erst mal sehen”,

so der UBS-Banker.

“Bleiben jedoch Trumps Milliarden aus und wächst die Wirtschaft in den Staaten weniger schnell als erwartet, dann profitiert einmal mehr – Gold.”

Ein Mann wie Joachim Berlenbach von der schweizerischen Anlagefirma Earth Resource Investment Group betrachtet auch die

Angebotsseite des Marktes.

Im vergangenen Jahr war die Förderung der Minen stabil. Das dürfte sich ändern, glaubt Goldkenner Berlenbach.

„In diesem Jahr oder im nächsten wird der Ausstoß zu sinken beginnen, das hat kein Analyst auf dem Radar“,

sagt der ausgebildete Geologe.

Ein Veteran im Management von Aktienfonds für Goldminen ist John Hathaway vom US-Vermögensverwalter Toqueville Asset Management.

„Die nächste große Bewegung im Goldpreis wird eine deutlich nach oben sein“,

glaubt er. Dabei schaut er gerne auf das sehr langfristige Bild. Der große Aufwärtstrend, der zur Jahrtausendwende bei einem Unzenpreis von rund 250 Dollar startete, ist seiner Meinung nach intakt.

Mut zur Meinung zeigt auch Frank Holmes, Chef der US-Anlagefirma U.S. Global Investors. Er sinniert über einen denkbaren ähnlichen Preisverlauf in den kommenden Monaten wie zu Beginn des vergangenen Jahres 2016.

„Dann würden wir auf über 1.520 Dollar kommen“,

meint der Amerikaner.